Bike choice - Part I
Den folgenden Text habe ich schon vor ein paar Wochen geschrieben (Anfang Juni 2020) und ich denke, ich kann den Blog nicht fortführen, ohne diesen (und dazugehörig noch einen anderen) Text zu posten. Allerdings wollte ich dafür vorher ein paar Dinge für mich persönlich klären. Das ist auch der Grund, warum es in den letzten Tagen und Wochen so ruhig wurde und ich nicht viel geschrieben habe. Das soll natürlich nicht so bleiben. Hier der erste Text:
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"Ach, mach dich doch verrückt." (Oma)
Die folgenden Zeilen schreibe ich eigentlich für mich, um mich zu beruhigen. Ich möchte trotzdem dem Leser diese Gedanken teilen.
Dieser Post hat wieder viel zu tun mit dem Thema "Sicherheit". Auch hatte ich das Thema früher schon mal angesprochen. Ich bin über eine Seite gestolpert von Zweien, die eine Weltreise mit dem Moped machen. Und was muss ich lesen? Such dir ein leichte und kleine Maschine, von der man auch in der Wüste noch die Ersatzteile erhält und reparierbar ist. Nach der Lektüre habe ich noch etwas weiter gestöbert und auf Seiten von Reisenden gelesen. Es scheint im Prinzip zwei Meinungen zu geben, die vorherrschen im Bezug auf die Wahl des Motorrades für ein solches Unternehmen:
1. Möglichst klein, leicht, wo die Ersatzteile auch im "Hinterland" zu bekommen sind und der Mechaniker im Busch nicht anfangen muss zu fluchen.
2. Hör nicht auf andere. Nimm das Bike, was du hast oder dir leisten kannst, eins, mit dem du Spaß hast.
Dennoch hört man auf beiden Seiten die Argumentation: Es kommt drauf an, wo du hinwillst und was du fahren willst (Straße/Off-Road). Der Grundtenor scheint aber trotzdem zu sein: eine leichte Maschine ist besser.
Ein weiterer Punkt, der nicht zu vernachlässigen, dem ich aber nicht so viel Aufmerksamkeit schenken möchte, ist: Eine kleine (vielleicht auch ältere und schon leicht ramponiertere) Maschine wird nicht so leicht geklaut, und wenn, dann ist der (finanzielle) Schaden nicht so groß als wie bei einer, die über 10.000 Euro kostet. Das mag ein Argument sein. Dem halte ich jetzt einfach mal entgegen, dass eine abgeschlossene GS mit Gepäck, keiner so leicht davon trägt/schiebt, eben aufgrund des Gewichts...
[Nachtrag: Aber ein BMW Siegel auf dem Tank signalisiert schon, dass der Fahrer zumindest das Geld hatte sich eine solche Maschine zu leisten. Nun könnte der geneigte Polizist/das Militär vielleicht einfach denken, dass er von dir ein höheres oder überhaupt "Bußgeld" oder "Wegegeld" verlangen kann. Wahrscheinlich ist es auch naiv zu glaube, dass man ein 1200er GS nicht einfach klaut.]
Ich habe mich heute wieder verrückt gemacht und überlegt das Motorrad zu wechseln.
Die GS hatte ich mir damals gekauft, weil Sie unheimlich bequem zu fahren ist und ich mit dem Moped halt auch mal verreisen wollte (also mehr so Richtung Urlaub). Die Idee einer größeren Reise kam ja erst ein knappes Jahr später, als ich die Maschine schon längst hatte. Insofern gehe ich jetzt einfach mit dem Argument "Nimm das Motorrad, was du hast". Zu meiner weiteren Beruhigung (und vielleicht auch derer, die das hier lesen und GS fahren wollen) habe ich ein paar Zitate hier vereint, die mir bei der Lektüre der Seiten aufgefallen sind:
"Last but not least it's important to stress that there is no right bike for any of this. All bikes are compromised and it's just where you decide to accept the compromise. [...] The main thing is that you take the bike that you enjoy riding and not worry too much about what other people say or what you think you should take. As with all trips, just go on the one you've got..."
https://www.bennetts.co.uk/bikesocial/news-and-views/features/travel/nathan-millward-preparing-your-bike-for-adventure
Jim:
"First, ride what puts a smile on your face. Second, ignore what everyone else thinks."
https://www.advpulse.com/adv-bikes/bmw-r1200gs-vs-r1200gsa
"But overall, I don’t believe you can chose a wrong motorcycle, people have traveled the world on BMW 1200 GSAs, barely modified Triumph Cruisers, 90 cc scooters, and everything in-between. As long as you are out there doing it, you have chosen well." Tim Notier
"There is no perfect bike. The best bike is the one you like to ride." Nicky & Moe
"My advice for choosing the best motorcycle for an expedition is take what you have or can afford and just go. Though my Moto Guzzi performed flawlessly, any issues or breakdowns are just another opportunity for a real adventure which is when you are more likely to experience the kindness of people. Remember the adventure is not in the bike but in the person." Johnston Julao
Das Internet, Fluch und Segen. Es tut (mir) vielleicht gut daran zu denken, dass das Internet erst vor gut 20 Jahren Einzug in die Haushalte erhielt. Davor musste man halt einfach losfahren und seine Erfahrungen selber machen. Und dabei fällt mir die unglaubliche Geschichte von Emilio Scotto ein, der es genau so gemacht hat und mit einer Fuckin' Honda Goldwing(!!) die Erde umrundete (mehrfach). (Sehr empfehlenswertes Buch im Übrigen "Longest Ride"). Letztlich läuft es doch einfach darauf hinaus: Fahr einfach los und mach dir nicht so viele Gedanken.
Jemand (ich kann mich nicht mehr erinnern wer) hat es mal ganz treffend gesagt: Ein Motorrad ist wie eine Freundin. Eher unwahrscheinlich (kann natürlich auch vorkommen), dass man seine erste heiratet.
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Seit ich die oberen Zeilen geschrieben habe sind nun ein paar Tage vergangen und ich habe mich noch auf anderen Seiten umgesehen, insbesondere von GS Fahrern. Und die Sorgen nehmen kein Ende. Mehrfach musste ich nun lesen, dass das Heckfederbein der GS super schnell zu brechen scheint. Den Typen von "The long way down" ist das passiert. Eine GS (F800) Fahrerin hat das hintere Federbein ausgetauscht, und ein anderer meint "BMW bikes are known for their cheap ass rear shock. They blow like fire-crackers on new years eve." Ganz toll. Außerdem ist einem anderen GS Fahrer (ein nicht unbekannter Youtuber) die Kupplung gefrackt als er im Matsch stecken geblieben ist... Soll ich mir nun auch noch das Federbein und die Kupplung austauschen??!!!
Außerdem, benutzt keine (Alu)Koffer, sondern Stofftaschen. Wenn man hinfällt kann man sich den Rahmen verziehen... Also nochmal fast soviel bezahlen, wie für die Koffer?!
Ich bin so dermaßen verunsichert, das ich gar nicht weiß, wo mir der Kopf steht.
Ich zweifele an dem Vorhaben und der Maschine.
Mach dir nicht so viele Gedanken, haben sie gesagt...
https://tr15a.wordpress.com/2015/12/22/lessons-learned-choosing-a-bike/
TR15A schreibt in diesem schönen Artikel, wie sehr er die 1200GS(Adv.!) hasst und liebt. Ein sehr ambivalentes Verhältnis.
Und trotz vernetzter Welt kommt man sich so alleine vor, da keiner es für nötig hält mal auf eine Email mit ein paar Fragen zu antworten.
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