Reifenwechsel hinten
Corona
beherrscht zur Zeit die Welt. Auch wenn ich optimistisch bin, bleibt
abzuwarten, wie die Lage in einem Jahr sein wird. Ob ich meine Reise
machen werden kann. Iran soll es stark erwischt haben und auch die
USA schweben nach wie vor wie ein Damoklesschwert über dem Land.
In
nicht mehr ganz einem Jahr will ich losfahren. Ich gehe davon aus,
dass das klappen wird. Insofern werde ich mich und die Maschine
weiterhin auf die Reise vorbereiten.
Der
nächste Punkt in meinem Zweijahresplan war Reifenwechseln lernen und
Umrüstung auf Speichenfelgen.
Da
ich keinen habe, der mir zeigt und erklärt, wie man das am
effizientesten macht, habe ich mich der Quelle bedient, auf die
heutzutage jeder zurückgreift, wenn er etwas wissen will, Youtube.
Dort gibt es auch sehr schöne anschauliche Videos, in denen gezeigt
wird, wie man das macht und das sieht sehr leicht aus. Und es sei
vorraus angemerkt, ja, es ist machbar. Allerdings hatte der Typ in
dem Video Rennstollen drauf und die scheinen von Natur aus weicher zu
sein als die, welche ich drauf habe. Alles in allem war das ein
schweres Unterfangen mit Hindernissen, auf die ich jetzt näher
eingehen möchte.
Als
erstes muss das Rad abmontiert werden mit einem 50er Sterntorx (TX)
(man sieht meine Kenntnisse in Werkzeugkunde sind phänomenal...).
Die Schrauben an der GS sind allerdings so weich, dass ich eine von diesen beim Versuch des Rausdrehens die
Halterungskanten kaputt gemacht habe und so sich der Torx in der
Schraube dreht, also keinen Grip mehr bekommt, um die Schraube zu
drehen. Ich habe es am Ende dann doch irgendwie gedeixelt (mit
Verlängerung an der Ratsche). Das Rad ist ab.
| Das Rad ist... |
| ...ab. |
Es
folgt das Entfernen des Ventils, gefolgt vom Luftablassen. Dann habe
ich die Reifenwulst gebrochen und meine
Felgenschoner in Position gebracht. Mit viel Kraft habe ich es am
Ende geschafft, die erste Hälfte des Reifens von der Felge zu
bringen. Das ganze ging einher mit Kollateralschaden an der Felge.
Denn es stellte sich heraus, dass die Felgenschoner nichts taugen und
schon nach zwei Minuten hinüber waren und dann nichts mehr geschont
haben. Sprich, ich habe nun einige schöne Kratzer an der Felge, was
dem Wiederverkauswert der Felge natürlich sehr gut tut.
Bei
der zweiten Hälfte der Felge habe ich dann nach einer Zeit
aufgegeben und mich gefühlt als hätte ich grade das mega
Workout absolviert. So packte ich den Reifen ein, um damit zu einem mir
bekannten Schrauber zu fahren, um ihn nach Tips und Tricks zu fragen
und es gegebenenfalls mit ihm zu Ende zu bringen.
| Hier habe ich dann aufgegeben... |
Es war sehr ernüchternd, als dieser meinte, er würde das auch nicht besser hinbekommen und das es meistens in einer Beschädigten (zerkratzten) Felge resultieren würde.
Unter
enormen Kraftaufwand und Stönen und Schwitzen und mit Hilfe eines
Hammers, haben wir es letztlich geschafft den Reifen komplett von der
Felge zu lösen.
| Collateral-Schaden |
| ...oder "Lehrgeld". |
Das
Aufziehen des Reifens auf die neuen Speichenfelge habe ich bis jetzt
noch nicht gemacht, mit folgendem Gedanken im Hinterkopf:
Da
ich auf die Reise ja sowieso keinen Ersatzreifen mitnehme und dann
einen vor Ort besorgen will, macht es doch mehr Sinn einfach den
Reifenhändler zu bitten, diesen auch gleich zu wechseln. Und ich
spare mir den Stress.
Allerdings
schadet es auch nichts das mal gemacht zu haben und zu wissen, wie das
geht. Denn, was mache ich, wenn mir in der "Wallchei" der
Reifen platzt mit seitlichem Loch? Laut Internet lässt sich so etwas
nicht flicken. Da hilft übergangsweise nur ein Schlauch. Abgesehen
davon, dass ich noch keinen passenden Schlauch für die Felgen
gefunden habe, ist es dann nicht schlecht zu wissen, wie man einen
Reifen von der Felge löst.
Was
mich allerdings dann doch interessieren würde ist: Die
Speichenfelgen haben ein deutlich abgeflachte und abgerundete Wulst
im Gegensatz zur Gußfelge. Lässt sich der Reifen dann leichter
ab-/draufziehen...?
PS.: Die Felge kann man super mit WD40 reinigen!
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