Wartungsarbeiten II - Öl- und Luftfilterwechsel.

Man könnte ja meinen, dass so was profanes wie ein Ölwechsel recht leicht sein muss. Öl ablassen und wieder einfüllen, fertig. Aber, ersteinmal benötigt man einen passenden waagrechten Platz. Diesen habe ich bei meinen Großeltern in der Garage (9 km von mir entfernt), welche sie nicht mehr benötigen. Außerdem braucht man einen Ölfilter, Öl, Ölfilterschlüssel, Dichtungsring, Ölauffanggefäß, 3/8" Ratsche (ab 10 Nm) und Drehmomentschlüssel, 1/2" Ratsche (ab 40 Nm) und Drehmomentschlüssel und der Motor muss warm sein (letzteres passt sehr gut, da die 9 km Fahrt zu den Großeltern genau richtig ist, um den Motor auf die Ideale Temperatur zu bringen).

Die Beschaffung der Werkzeuge und Teile ist allerdings nicht so leicht wie man vermuten könnte. In meinem Wartungshandbuch für die GS 1200 ist von einem M16 Dichtring die Rede, welchen ich mir daraufhin besorgt habe, um dann vor Ort beim Ölwechsel feststellen zu müssen, dass es eine M20 Schraube ist, um die der Ring gelegt wird. Auch beim Anzugsmoment der Scharube hat das Handbuch eine falsche Zahl angegeben und 10 Nm unterschlagen, wie ich in einem Gespräch mit einem BMW Mitarbeiter erfahren habe (siehe weiter unten). Sprich ich saß erst einmal fest, da ich ohne Öl ja schlecht zurück fahren konnte. Bekannte meiner Großeltern, die zufälligerweise vor Ort waren, waren so freundlich mich nach Hause zu bringen. Und da Sonntag war, blieb mir nichts anderes übrig als einen Tag zu warten. Am Montag dann neue Dichtringe und Drehmomentschlüssel besorgt (letzteres, da ich mir schon Sorgen gemacht habe Schrauben, die direkt am Motor sitzen, falsch anzuziehen und mir den Motor zu ruinieren). Zu Hause angekommen musste ich feststellen, dass ich mich in dem Drehmomentbereich des 3/8" Schlüssel verguckt habe. Bei einem Telefonat mit einem BMW Werkstattmitarbeiter (ich wollte noch ein paar andere Dinge wissen), teilte der mir mit wo ich einen entsprechenden Drehmomentschlüssel herbekomme (hätte ich den nicht sofort benötigt, hätte ich diesen ja auch im Internet bestellen können). Also noch einmal los und den entsprechenden Schlüssel besorgt. Dann zurück zu den Großeltern (ich war den ganzen Vormittag mit Beschaffungsmaßnahmen beschäftigt) und die Maschine wieder mit den entsprechenden Teilen in Ordnung gebracht.

Bis auf die Werkzeug/Teile-Beschaffungsmaßnahme eigentlich wirklich kein Hexenwerk. Allerdings muss ich anmerken, für jemanden, der das noch nie gemacht hat, dass die Ölauffangkanister, die man bei Polo und Co. bekommt nichts taugen. Das Öl schießt einem dermaßen entgegen, dass es über die Kannte des Behälters spritzt und läuft. Hier wäre ein einfacher Eimer besser gewesen.

Der Austausch des Luftfilters war dermaßen unspannend und unkompliziert, dass ich mir eine Beschreibung hier spare. Ich möchte aber jeden dazu ermutigen, diese Arbeit selbst zu machen und sich die Werkstattkosten hierfür zu sparen.

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