Schwarzwald - Vogesen
Die
erste Testreise liegt hinter mir. Ziel war es (ist es immer noch)
herauszufinden, taugt die Ausrüstung was, liegt mir das lange Fahren
und wie ist so die tendenzielle Grundstimmung bei alldem. Und ich kam
auf ein paar sehr interessante Gedanken.
| Schwarzwald |
Angefangen
hat die Tour mit einem Problem: Beim Bremsen, kurz vor Stillstand gab
es in der Frontbremse eine Art Knackgeräusch. Ich weiß bis heute
nicht, was das war und es trat an den Folgetagen auch nicht mehr auf.
Meine Vermutung war: Luft in der Bremse.
Ich war
kurz hinter Mainz, also noch nicht lange unterwegs, und überlegte
ernsthaft die Tour hier abzubrechen. Ich bin aber weitergefahren.
Sonst gab es keine Unregelmäßigkeiten im Bremsverhalten der
Maschine. Ein ungutes Gefühl blieb allerdings.
Da
knacken verschwand ab dem Folgetag.
Die
Vermutung, dass mir mein zu großer Helm Probleme bereitet,
bestätigte sich. Nach einer Zeit traten Nackenermüdung und
Ohrenschmerzen (eine Art Druckschmerz) auf. Das ermüdet auf die
Dauer sehr und frisst viel Energie, die ich fürs Fahren gebraucht
hätte. Ich habe mittlerweile die Polster ausgetauscht. Er sitzt
jetzt wieder fest (oder zumindest fester). Muss aber nun schauen, wie
es bei längeren Fahrten ist. Ich liebäugle mit einem neuen Helm.
Aktuell mit dem HJC RPHA 90, der ist von Natur aus auch schon 100g
leichter. Mal abwarten.
Meine
Koffer (BMW Vario) sind extrem praktisch, was die Anbringung anlangt,
aber sehr schwer und klein, zudem Seitenlader, was ich sehr
unpraktisch finde. Ich werde dieses System austauschen gegen
Seitenkoffer von SW Motech.
Das
Finden einer Unterkunft erwies sich (vor allem in der Nebensaison)
als erstaunlich einfach. Ich habe immer ein Zimmer gefunden und
Durchschnittlich 55,-€ bezahlt inkl. Frühstück.
| Städtchen in Frankreich |
Die Vogesen sind kein Spaß bei gutem Wetter und Feiertag. Solch eine von Krad-, Auto und vor allem Fahradfahrer überlaufenes Gebiet. Da bekommt man den Koller. Da hilft auch die schöne Landschaft nicht mehr.
Die
eigentliche Quintessenz der Reise ist aber Folgendes:
Man
fühlt sich nie wirklich frei, und zwar aufgrund des Zeitdrucks.
Dienstag muss ich wieder arbeiten. D.h. ich muss meine Tour in der
vorgegebenen Zeit absolvieren und alle Tagesetappen schaffen. Das ist
total unentspannt. Man hält weniger an um Land und Leute
kennenzulernen oder um ein paar Bilder zu machen, weil man ja am Ende
das Tages Irgendwo sein muss (Etappenziel). Auch wenn ich das
Privileg habe, am Dienstag meinen Kunden abzusagen und mir mehr Zeit
zu nehmen, bleibt ein ungutes Gefühl den Kunden gegenüber.
Dieses
Gefühl wird sich bei meiner geplanten 3 bis 3,5 Wochen Tour durch
Italien (2020 Irland) wahrscheinlich nicht ändern. Man ist zu sehr
an den Alltag gebunden. Und ich denke, erst wenn man sich frei macht
von dem "Alltag", kann man frei reisen.
| Süd-SW |